Barometer

Im Rahmen des Kopernikus Projekts Ariadne werden mithilfe des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Energie- und Verkehrswende die gesellschaftlichen Dimensionen der Transformationsprozesse untersucht. Auf Basis einer bundesweit repräsentativen Panelbefragung werden Einstellungen, Anliegen und Bewertungen der deutschen Bevölkerung zur Ausgestaltung und Umsetzung der Energie- und Verkehrswende erhoben. Durch die jährlich wiederkehrende Erhebung wird ein Monitoring bestehender und neu aufkommender Herausforderungen, Probleme und Handlungsbedarfe in unterschiedlichen Lebensbereichen der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, die politische Entscheidungsfindung und Prioritätensetzung zu unterstützen. 

Hintergrund

Hintergrund

Der Ausbau klimafreundlicher Energieerzeugung und Mobilität verändert auf grundlegende Weise den Alltag der Menschen. Für das Gelingen der Energie- und Verkehrswende wird es entscheidend sein, die sozialen Ziele der Nachhaltigkeit wie Gerechtigkeit, Beteiligung und Sozialverträglichkeit zu berücksichtigen. Soziale Nachhaltigkeit ist als ein positives Leitbild der Gestaltung der Transformationsprozesse zu verstehen. Es zielt darauf ab, die Energie- und Verkehrswende an den Vorstellungen, Bedürfnissen und Wertevorstellungen der Bürgerinnen und Bürger zu orientieren und sozial gerechte Lösungen bei deren Umsetzung zu finden.

Mit dem Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Energie- und Verkehrswende werden der Zustand und die Entwicklungen im Bereich der sozialen Dimensionen der Nachhaltigkeit aus Sicht der Bevölkerung in Deutschland untersucht. Wie denken die Bürgerinnen und Bürger über die Energie- und Verkehrswende und deren Gestaltung? Welche Vorstellungen haben die Menschen von einer gerechten Gestaltung des Wandels? Welche Probleme und Herausforderungen sehen sie in der Umsetzung der Transformationsprozesse? Unter welchen Bedingungen können sie sich vorstellen, sich an den Transformationsprozessen zu beteiligen und mitzuwirken? 

Das Barometer ist in Ariadne in einen umfassenden Dialogprozess mit der Zivilgesellschaft eingebunden. Die in Fokusgruppen von ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern geäußerten Ansichten, Werte und Erfahrungen zu energie- und verkehrspolitischen Themen sind in die Entwicklung des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers eingeflossen. Die Ergebnisse aus der Panelbefragung werden in einem nächsten Schritt in die Arbeiten zur Ausgestaltung von Politikoptionen zur Strom- und Verkehrswende in Ariadne aufgenommen.  

Konzept

Konzept

Aufbauend auf den Vorarbeiten des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Energiewende der Jahre 2017 bis 2019 wurde das Konzept der sozialen Nachhaltigkeit weiterentwickelt und um den Bereich der Verkehrswende erweitert. Das erweiterte Konzept umfasst fünf verschiedene Dimensionen mit jeweils vier Indikatoren. Die Fragen des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers lassen sich jeweils einem Indikator zuordnen.

1. Gesellschaftliche Akzeptanz: Für das Gelingen der Energie- und Verkehrswende ist eine gesellschaftliche Verankerung durch soziale Akzeptanz entscheidend. Die allgemeine Einstellung zur Energie- und Verkehrspolitik ist einer der vier Indikatoren dieser Dimension. Darüber hinaus wird auf der Ebene der sozio-politischen Akzeptanz unter anderem der Grad der Zustimmung bzw. Ablehnung von politischen Zielen und konkreten Maßnahmen auf Bundesebene erfasst. Einstellungen zu lokalen Infrastrukturmaßnahmen bei den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort betreffen den Indikator der lokalen Akzeptanz. Ebenfalls ist bei dieser Dimension von Interesse, inwieweit die Bevölkerung an den Transformationsprozessen teilnimmt und ob und in welchen Bereichen sich die Menschen Verhaltensänderungen vorstellen können (sog. Verhaltensakzeptanz).

2. Beteiligung: Politische Mitsprache- und Beteiligungsmöglichkeiten bieten den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen und Bewertungen im Hinblick auf die Umsetzung und Ausgestaltung der Energie- und Verkehrswende einzubringen. Ein Indikator dieser Dimension ist die aktive und gewünschte Beteiligung, wodurch der Bedarf an Partizipationsmöglichkeiten erfasst wird. Die Wahrnehmung und Bewertung lokaler Beteiligungsprozesse hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte sowie die Einschätzung der allgemeinen Mitsprache- und Beteiligungsmöglichkeiten sind zwei weitere Indikatoren. Unter dem Indikator der politischen Selbstwirksamkeit wird untersucht, ob die Bürgerinnen und Bürger das Gefühl haben, selbst Einfluss auf den politischen Prozess ausüben zu können.

3. Soziale Kohäsion: Die Umstellung auf dezentrale Energieerzeugung und auf neue nachhaltige Mobilitätskonzepte erfordert einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Vertrauen in die zentralen Akteure sowie die Wahrnehmung von Konflikten im Kontext der Energie- und Verkehrswende in den Kommunen sind hierbei wesentliche Indikatoren, um den sozialen Zusammenhalt zu bewerten. Die in der Gesellschaft vorherrschenden Normen und Werte stellen einen weiteren Indikator der Dimension soziale Kohäsion dar. Im Hinblick auf das soziale Gefüge wird zudem die Ortsverbundenheit und soziale Identität der Bürgerinnen und Bürger untersucht.

4. Lebensqualität: Durch die Energie- und Verkehrswende soll die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert werden. Zur Untersuchung dieser Dimension werden wahrgenommene und erwartete Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen des bestehenden und zukünftigen Verkehrs- und Energiesystems sowie die Bewertung der Umweltqualität erhoben. Die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung ist ein weiterer Indikator der Dimension Lebensqualität.

5. Sozio-ökonomische Sicherheit: Die durch die Transformationsprozesse anfallenden (ökonomischen) Kosten und veränderten wirtschaftlichen Strukturen können zur Folge haben, dass die sozio-ökonomischen Bedürfnisse der Bevölkerung derzeitig oder zukünftig nicht hinreichend gedeckt sind. Zentrale Indikatoren für diese Dimension sind unter anderem die Wahrnehmung der Befragten zu ihrer aktuellen und zukünftig erwarteten wirtschaftlichen Situation insbesondere im Hinblick auf die Arbeitsplatzsicherheit sowie die finanziellen Belastungen durch die Energie- und Mobilitätskosten. Ebenso ist von Interesse, in welchem Ausmaß die Menschen in Deutschland Zugang zu klimafreundlicher Energie und Mobilität haben (Ressourcenzugang). Unter dem Indikator Fairness wird darüber hinaus erfasst, wie die Verteilung von Kosten und Nutzen energie- und verkehrspolitischer Maßnahmen in der Bevölkerung wahrgenommen wird.

Ergebnisse erkunden

Ergebnisse erkunden

Ausgewählte Ergebnisse

Ausgewählte Ergebnisse

Die dargestellten Abbildungen sind dem Booklet des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers entnommen. Das vollständige Booklet können Sie hier herunterladen. 

Daten & Fakten

Daten & Fakten

Der Befragung liegt ein standardisierter Fragebogen mit einer durchschnittlichen Interviewdauer von 30 Minuten zugrunde. Das Messinstrument umfasst einen Basisteil mit Grundfragen, die auch in den weiteren Wellen in gleicher Form wieder gestellt werden, sowie einen variablen Fragenteil, der sich von Welle zu Welle unterscheidet. Insgesamt umfasst das Barometer einschließlich der soziodemographischen und psychologischen Kontrollvariablen rund 100 Fragen.

Fragebögen
Klemmbrett mit Checkliste

Fragebogen 2021

PDF Download

Die Erhebung der ersten Welle (2021) erfolgte im Zeitraum vom 18. März bis 12. April 2021. Die Nettostichprobe umfasst 6.822 Personen (Bruttostichprobe: 13.000; Abbruch: 1.029 Personen).

Methodik

Methodik

Tabelle Soziodempgraphie

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energie- und Verkehrswende ist eine Längsschnittstudie, die in einjährigem Abstand über einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen wird. 2021 wurde sie als Onlineerhebung von Forsa (forsa.omninet) durchgeführt. Bei forsa.omninet handelt es sich um ein für die deutsche Bevölkerung repräsentatives Panel mit derzeit rund 75.000 Personen. Die Rekrutierung der Panelteilnehmerinnen und -teilnehmer erfolgt offline, das heißt per Telefon, über ein mehrstufiges Zufallsverfahren (ADM-Telefonstichproben-System).

Im forsa.omninet-Panel sind sowohl Internetnutzerinnen und -nutzer als auch Personen ohne Internetzugang vertreten. Die Auswahl der Befragten der vorliegenden Studie wurde nach dem Zufallsprinzip aus dem gesamten forsa-omninet-Panel vorgenommen. Die Stichprobe entspricht den Anforderungen an Repräsentativität. Als Grundgesamtheit gelten alle in Privathaushalten lebenden deutschsprachigen Personen ab 18 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. In der links abgebildeten Tabelle werden die soziodemographischen Merkmale in der Stichprobe und in der Grundgesamtheit dargestellt. 

Um das Erhebungsinstrument auf seine Tauglichkeit zu überprüfen, wurden ein Feldtest mit 100 Befragten sowie kognitive Interviews vor Beginn der Haupterhebung durchgeführt.

Publikationen

Publikationen

Aktuelle Publikationen des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers (2021 - 2023)

Broschüren 

Cover 2021

Soziales Nachhaltigkeitsbarometer 2021.pdf

PDF Download

Frühere Publikationen des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers (2017 - 2019)

Informationen zum Vorgängerprojekt und dazugehörige Publikationen stehen auf der Website des IASS bereit.

Kontakt

Kontakt

Ingo Wolf
Wissenschaftliche Projektleitung - Soziales Nachhaltigkeitsbarometer

Tel:         +49 (0) 331-28822-375
Mail:       ingo.wolf@iass-potsdam.de